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Herzberg: LR vom 24.09.2011

„Lange Nacht der Puppenspieler“ in Elbe-Elster

Elbe-Elster Zum Ende des 13. Internationalen Puppenspielfestivals im Elbe- Elster Land haben sich alle Puppenspieler im Lindenkrug in Großbahren zusammengefunden.

Nicht zu verwechseln mit der „Langen Nacht des Puppenspiels“, bei der drei bis vier Theater einen ganzen Abend lang vor Publikum ihre Künste zeigen, hat sich hinter den Kulissen die „Lange Nacht der Puppenspieler“ mittlerweile ebenso zur Tradition entwickelt, wie das Festival selber.

Für die Öffentlichkeit unbemerkt, haben die Organisatoren einen Abend in das über einwöchige Festival eingearbeitet, an dem keiner von ihnen zu einem Auftritt muss. Die Puppenspieler würden sich sonst während des Festivals nur sehr selten oder überhaupt nicht begegnen.

Fern vom Publikum wird dann in gemütlicher Runde über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Puppenspiels debattiert. In diesem Jahr haben die Puppenspieler – innerhalb ihres Kulturprogrammes – mit einem Reisebus dem Niederlausitzer Eisenbahnverein in Kleinbahren ein Besuch abgestattet. Danach ging es zu einer gemütlichen Runde nach Großbahren in den Lindenkrug.

Und sie waren dabei:(Auf dem Foto hintere Reihe v.l.) Nadine Harnisch, Kulturamt EE; Sponsoren Sieglinde und Jürgen Habermann; Solveig Löffler und Gernot Hildebrand, Theater aus der Truhe, Northeim; Lisa Sallier und Viktor Evdokimov, The Fifth Wheel, St. Petersburg; Meike Kreim Arche Nova Theater Leipzig; Carsten Schirmacher, Figurentheater Khodorenko, Göttingen;

(zweite Reihe v.l.): Kulturamtsleiter Andreas Pöschl; Ralf Uschner, Kreiusmuseum, Bad Liebenwerda; Roland Neumann Beigeordneter, Landkreis Elbe-Elster; Bodo Schulte und Spielerin, Puppen Schulte & Co. Menden; Silke Technau, Kobalt Figurentheater Lübeck; Karin Heym, Puppenbühne „Regenbogen" mobil, Frankena; Frank Schenke, Arche Nova Theater Leipzig; Franziska George, Puppenbühne „Regenbogen“ mobil, Frankena; Dörte Kiehn, Tandera-Theater mit Figuren, Testorf; Sonja Bernstengel, fundus-Marionetten-dresden; Sponsor Klaus- Peter Manig; (erste Reihe v.l.): Gabriele Parnow-Kloth, Tandera-Theater mit Figuren, Testorf; Figurentheater Karla Wintermann, Röhrsdorf; Matthias Ludwig, Flunker Produktion, Wahlsdorf; Heicke Klockmeyer, Ambrella-Theater, Hamburg; Stephan Schlafke, Kobalt Figurentheater Lübeck; Figurentheater Tatyana Khodorenko; Olaf Bernstengel, fundus-Marionetten-Dresden;

(erste Reihe auf Boden v.l.): Lebbsch (Wolfgang Lasch) aus Potsdam und Debbsch (Frank Deutscher) aus Dresden.
 
Von Veit Rösler
 
 
Herzberg: LR vom 22.9.2011

Wenn zwei sich streiten“ macht hier Spielen auch Spaß

Doberlug-Kirchhain Die Puppenbühne „Regenbogen“ mobil hat am Mittwoch innerhalb des Puppenfestivals in der Kita Zwergenhaus in Doberlug-Kirchhain Station gemacht. In dem Mitmachstückstück „Wenn zwei sich streiten“ demonstrierten Puppenspielerin Karin Heym aus Frankena und Tochter Franziska George auf anschaulich turbulente Art, was passiert, wenn der Umgang miteinander nicht stimmt.

Puppenspielerin Karin Heym und Tochter Franziska aus Frankena erwecken Familie Igel und den Hasen im Spiel „Wenn zwei sich streiten“ zu neuem Leben. 80 Kitakinder aus Doberlug-Kirchhain, Rückersdorf und Lugau ließen sich das Mitmachspiel nicht entgehen. Und wenn dann noch solche Worte fallen, wie Streithammel oder eingeschnappte Leberwurst, dann macht das gemeinsame Spielen keinen Spaß.

Die 80 Kinder aus Doberlug-Kirchhain, Lugau und Rückersdorf hatten schnell erkannt, worum es geht.

Sie bewiesen beim Märchenraten, dass sie sich auskennen. So meldeten sich die Kinder lautstark zu Wort, weil Rotkäppchen und das Krokodil und auch das Krokodil und die sieben Geißlein einfach nicht zusammenpassen. Vivien wusste auch, dass die Prinzessin Rosenblatt nicht so eine tiefe Stimme hat. Einig waren sich die Kinder auch, dass der Wettlauf zwischen Hase und Igel nicht auf dem Fußballfeld stattfand.

Und als dann endlich der Streit zwischen Igelvater und Igelmutter Margarete beendet war, erklärte sich Lisa sofort bereit, beim Spiel mitzumachen und den Hasen auszutricksen. Ihr Ruf „Ich bin schon da“ veranlasste den Hasen, im Gruppenraum immer hin und her zu flitzen, bis er vor Erschöpfung zusammenbrach. Dann erlebten die Kinder doch noch ein gutes Ende. Die Igelfamilie entschuldigte sich beim Hasen für die Austrickserei und der Hase beim Igel für die Stummelbeine, bevor sie sich die Torte schmecken ließen.

Viel Beifall gab es am Ende, denn die Kinder hatten die Botschaft der Puppenspieler mit ihren Knaufpuppen verstanden: „Wollt ihr ein Spiel beginnen, stellt euch aufeinander ein. Freunde könnt ihr nur gewinnen, lasst ihr den Streit sein.“

Puppenspielerin Karin Heym (65) aus Frankena ist gelernte Kindergärtnerin. Sie absolvierte in der Fachrichtung Puppenspiel eine Ausbildung an Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin und an der Volkskunstschule in Leipzig. Viele Jahre leitete sie die Cottbuser Puppenbühne „Regenbogen“.

Seit März hat sie Puppenspielinteressierte an der Volkshochschule um sich geschart und die Puppenbühne „Klimperklein“ ins Leben gerufen. Die acht Amateurpuppenspielerinnen aus Finsterwalde, Lugau, Massen und Doberlug-Kirchhain treffen sich einmal in der Woche in einem Raum in der Finsterwalder Oberschule.

Von Dietmar Seidel  

Herzberg: LR vom 19.9.2011

Schutzheiliger der Mittelmäßigen

Finsterwalde: Mit einem künstlerischen Paukenschlag ist im Finsterwalder Kreismuseum das 13. Internationale Puppentheaterfestival gestartet. Detlef Hainichen vom Theatrium Bremen bewies mit der tragischen Geschichte um Wolfgang Amadeus Mozart und seinen Widersacher Antonio Salieri nach der Filmvorlage ,,Amadeus“ Schauspiel und Puppentheater auf höchstem Niveau.

Bis zum Abschluss am 24. September werden 19 Inszenierungen für Erwachsene und zahlreichen Aufführungen in Schulen und Kitas geboten.

In Finsterwalde machten Festivalleiter Dr. Olaf Bernstengel als emeritierter Dr. pup von Puppelsheim und Wolfgang Lasch (Laschi) als Arnold Böswetter auf bekannt humorige Art Lust auf weitere Stücke der Woche.
 
Danach gab es den ersten öffentlichen Auftritt der sechs Frauen der ,,Klimperbühne“ mit der Geburtstagsgeschichte um die kleine Schildkröte, einem durch die Kreisvolkshochschule ins Leben gerufenen Amateur-Puppentheater unter Regie von Karin Heym aus Frankena, mit dem Kulturamtsleiter Andreas Pöschl hofft, an die Puppentheatertradition in der Region anknüpfen zu können wie mit Karin Heyms professioneller Puppenbühne „Regenbogen“.

Wer von den fast 100 Besuchern des Eröffnungsabends Peter Shaffers fantastischen Mozart-Film ,,Amadeus“ kannte, sah mit etwas Skepsis dem Vorhaben von Detlef Hainichen entgegen, diesen Stoff als Ein-Personen-Puppentheaterstück auf die Bühne zu bringen. Nach zwei Stunden faszinierenden Spiels war an die Stelle von Skepsis Begeisterung getreten. Was Hainichen, als Großer in der Puppenspielerszene bekannt, mit seinem Körper- und Handpuppenspiel leistete, war in der Form einzigartig. Mit körperlichem Einsatz, technisch perfektem Spiel und verblüffenden inszenatorischen Lösungen schaffte er es, den Konflikt zwischen dem Musikgenie Mozart und seinem Intimfeind Salieri im Wien der 1780er-Jahre zu veranschaulichen.

Aus der Sicht von Salieri macht er aus der Erkenntnis der eigenen Mittelmäßigkeit die wachsende Mozart-Phobie sichtbar. Salieris Intrigen um die Verhinderung von ,,Figaros Hochzeit“, obwohl er weiß , ,,die Oper ist großartig“, und seine Selbstoffenbarung und -verurteilung werden ebenso überzeugend gespielt wie die wachsende Existenzangst Mozarts bis zum ,,Requiem“ für den eigenen Tod und gleichzeitig seine vitale Lebensfreude und die unbekümmerten Unverschämtheiten am Hofe von Joseph II. So zeigt Detlef Hainichen auch ein Panorama der Zeit und der Wiener Hofgesellschaft. Salieri entlarvt sich selbst als Schutzheiliger der Mittelmäßigen.

Der kaum enden wollende Beifall gehörte neben Hainichen auch Mozart.

Von Jürgen Weser

 

Herzberg     LR vom 13.09.2011

Wie die Tiere laufen und sprechen lernen

Finsterwalde Von Marketingchefin bis Lehrerin: Sieben Finsterwalderinnen entdecken, wie viel Spaß sie mit Puppen haben. Als Amateurpuppenbühne Klimperklein wollen sie Geschichten für Kinder spielen. Zum Puppentheaterfestival wagen sie sich am kommenden Freitag erstmals vor Publikum.

„Schau mal, ich habe dir einen Knochen mitgebracht“, will ein knuddeliger Löwe einer Schildkröte, die treu und freundlich dreinschaut, eine Freude zum Geburtstag machen. Dass diese Geschenkidee nicht gerade der Volltreffer ist, gehört zum lehrreichen Teil einer Geschichte von Elizabeth Shaw, die die sieben Frauen einstudieren. Noch liegen die Manuskripte als Stütze in der Kulisse. Noch gibt es viele Regieunterbrechungen. Denn Löwe, Schildkröte, Maus, Elefant und Elefantenjunges, Nashorn und Pelikan lernen das Laufen und Sprechen erst seit wenigen Tagen. Die dicke Fliege kann es schon. Sie hängt bei Karin Heym, der einzigen Profi-Spielerin und Chefin der Amateurpuppenbühne, am schwingenden Faden.

Auf Anregung vom Kreiskulturamt begann im März ein Volkshochschulkurs „Puppenspiel und Puppenbau“. An die Wurzeln des Wanderpuppentheaters in der Region sollte damit angeknüpft werden. Kursleiterin: Karin Heym, ehemalige Leiterin der Cottbuser Puppenbühne Regenbogen, inzwischen in Frankena zu Hause. An der Schauspielschule „Ernst Busch“ und der Volkskunstschule Leipzig hatte sich die Kindergärtnerin zur Regisseurin für Puppentheater qualifiziert.

„Ihr müsst den Text nicht lesen, sondern spielen“, mahnt Karin Heym. „Lass' den Löwen zum Publikum schauen.“ „Jetzt hast du den Mund voll. Das muss man hören.“ Immer wieder hat die erfahrene Regisseurin gute Hinweise. Klappt etwas auf Anhieb, loben sich alle gegenseitig: „Das war jetzt gut!“ Schon beim Puppenbauen hatten Angelika, Jana, Barbara, Elenore, Gabi, Barbara und Karin viel Spaß. Die Jüngste ist 49, die Älteste wird bald 72. Sie entwerfen und nähen ihre Figuren, hauchen ihnen Charaktere ein. Gemeinsam dachten sie sich den Namen Klimperklein aus.

Wenn am Freitag das Puppentheaterfestival beginnt, werden sie ihr Stück vorstellen. „Einen Arbeitsstand“, beugt Karin Heym allzu großen Erwartungen und dem aufkeimenden Lampenfieber der Darstellerinnen vor. „Wir sind ja Laien“, betonen die Frauen. Die Truppe – Lehrerin, Marketingchefin, Angestellte, Arzthelferin und die Rentnerinnen – kannte sich vor dem Kurs nur zum Teil – jetzt eint sie zunehmend die Spiellust. Einmal wöchentlich wird in der Oberschule Finsterwalde geprobt. Weitere Mitstreiter – gern auch männliche – sind herzlich willkommen.

 

Von Heike Lehmann

->Herzberg LR vom 05.09.2011

 Von Antje Posern

Vom selbstbewussten Däumelinchen  

 Von Heike Lehmann, erschienen in der Lausitzer Rundschau am 11.01.2011

Karin Heym fühlt sich fürs Rentnerleben noch zu jung. Die ehemalige Chefin der Cottbuser Puppenbühne „Regenbogen“ lässt nach wie vor die Puppen tanzen und will jetzt auch andere dafür begeistern.

 

Karin Heym ist 65, könnte also Haus und Hof sowie das Leben mit ihren Enkelkindern in Frankena genießen. Tut sie auch, aber es reicht ihr nicht. Die agile Frau ist durch und durch Puppenspielerin und sucht jetzt auf Anregung vom Kreiskulturamt des Landkreises Elbe-Elster Mitstreiter für eine Amateurpuppenbühne. Damit soll an die Wurzeln des Wanderpuppentheaters in der Region angeknüpft werden. Ein entsprechender Kurs ist an der Kreisvolkshochschule geplant. Ideale Besetzung für die Rolle der Kursleiterin: Karin Heym.

Die gelernte Kindergärtnerin hat 1965 mit anderen Amateuren begonnen zu spielen. Dies auch zu ihrem Beruf zu machen, war nur konsequent. Sie absolvierte eine Spezialausbildung in der Fachrichtung Puppentheater an der Schauspielschule »Ernst Busch« in Berlin in Kombination mit der Volkskunstschule Leipzig. Das Abschlusszeugnis weist sie als Regisseurin für Puppentheater aus.

In die Puppenbühne Regenbogen in Cottbus hat Karin Heym viel Lebenszeit gesteckt. Von klein auf dabei war Tochter Franziska. Inzwischen ist sie 37 und spielt einige Stücke gemeinsam mit ihrer Mutter. Puppenbühne Unikum nennen sie sich und tingeln in Kindergärten, auf Betriebsfeiern und Dorffesten. »Wenn zwei sich streiten« heißt eines ihrer selbstgeschriebenen Stücke. »Das Entlein Pipka« begleitet Karin Heym schon seit Jahrzehnten. Für »Hasenhänschen - Wackelschwänzchen«, ein Einmann-Stück, holt sie sieben verschiedene Stimmen aus ihrem Repertoire.

Mit praxisbezogenem Spiel wolle man für den Kurs an der Volkshochschule vor allem Kita-Erzieherinnen oder Lehrerinnen ansprechen. »In der Kunstgattung Puppenspiel ist alles enthalten - darstellendes Spiel, Musik, Sprache, Texte, Märchen«, gerät Karin Heym ins Schwärmen.

Sie spielt mit Hand-, Knauf- oder Stabpuppen. Selbstgebauten, versteht sich. Das handwerkliche Geschick dazu ist ihr wohl in die Wiege gelegt. »Ich staune selbst manchmal, was dabei entsteht«, meint sie. Ihre Puppen haben Seele und Charakter. »Die Idee zu einer Puppe entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, manchmal bei längeren Radtouren«, beschreibt Karin Heym diesen Prozess. Ihr Däumelinchen zum Beispiel sollte Selbstbewusstsein verkörpern. »Diese Puppe habe ich mehrfach angefangen, weil ich lange nicht zufrieden war«, erinnert sie sich. Anders beim Teufelchen, eine ihrer ersten eigenen Puppen. Es ist aus Schaumstoff geboren und einfach perfekt. Wie auch die Hexe neben ihm. Ein Handgriff von der Profispielerin und die Hexe zeigt ein zweites Ich.

 

Zum Thema:

Für den Kurs »Puppenspiel und Puppenbau« kann man sich anmelden beim Kulturamt des Kreises (Tel. 03535 465101) sowie bei der Kreisvolkshochschule in Bad Liebenwerda (Tel. 035341 2050), in Herzberg (Tel. 03535 465301) und in Finsterwalde (Tel. 03531 7176105). Wo der Kurs stattfindet, richtet nach den Anmeldungen.

Foto: Heike Lehmann; Karin Heym kann vom Puppentheater nicht lassen und sucht Mitstreiter.